Fallstudie: Der Abfall eines Unternehmens ist der Brennstoff eines anderen Unternehmens

 

"Wir konzentrieren uns immer auf die kontinuierliche Verbesserung und die Suche nach nachhaltigeren Lösungen", sagt Pieter van de Noort, Sourcing Manager von Smurfit Kappa Parenco, Niederlande.

Smurfit Kappa hat sich schon immer dafür eingesetzt, die Nutzung von Mülldeponien zu reduzieren, und deshalb suchen wir nach alternativen Möglichkeiten, den vollen Wert aus unseren Abfällen zu ziehen. Die Abfälle von Parenco sind nicht wiederverwertbare Abfallprodukte, hauptsächlich Kunststoffe, die das Unternehmen zusammen mit den Rohstoffen für die Zellstoffherstellung erhält. In der Vergangenheit wären diese Abfälle auf Deponien gelandet, aber die Gruppe hat sich verpflichtet, die Deponieabfälle bis 2025 um 30 % zu reduzieren. Außerdem hat die jüngste Gesetzgebung die Nutzung von Mülldeponien stark eingeschränkt. Bislang konnte Parenco seine Abfälle um 90 % reduzieren.

Diese Kreislaufwirtschaft ist aufgrund von Synergien zwischen den Standorten von Smurfit Kappa möglich. Bei der Übernahme im Jahr 2018 wurde Parenco nach dem Best-Practice-Standard von Smurfit Kappa aufgerüstet, wozu auch die Aufrüstung des Entaschungssystems für den Zellstoff gehörte, um Metalle zu entfernen. Die dabei anfallenden Rejekte waren größtenteils Kunststoff, der als Brennstoff verwendet werden kann. Das Werk suchte nach Partnern, um dies zu ermöglichen, und nun wird ein Teil der Abfälle zu Pellets, der so genannten Subkohle, weiterverarbeitet, die ebenso vielseitig wie ein Brennstoff ist und einfach und sicher an Kunden geliefert werden kann, die beispielsweise Zement- und Kalköfen verwenden, die alternative Brennstoffe bevorzugen.

In der Zwischenzeit hat das 200 km von Parenco entfernte Smurfit Kappa Werk Zülpich ein großes Projekt zur Erneuerung seiner Energieproduktion gestartet und kann diese Kunststoffabfälle ebenfalls als Brennstoff verwenden.

"Auf diese Weise bleibt die Kreislaufwirtschaft in unserem Unternehmen, wir optimieren die Nutzung unserer eigenen Ressourcen innerhalb von Smurfit Kappa und reduzieren externe Kosten", sagt Jan Klijn, Pulp and Energy Manager bei Parenco. "Natürlich mussten wir eine Genehmigung für den Transport des Abfalls über die Grenze einholen", sagt Pieter. "Ein Berater hat uns dabei geholfen, und jetzt können wir mit der Umsetzung beginnen."

"In Zukunft wird der größte Teil der entaschten Abfälle nach Zülpich gehen", sagt Jan. "Der Rest geht an andere Parteien, zum Beispiel an die Unterkohleproduktion."

"All diese Maßnahmen bedeuten, dass wir Geld sparen, keine Deponie mehr brauchen und bezahlbaren Brennstoff bereitstellen", fährt Jan fort, "das ist die Art von Win-Win, die wir bei Umweltlösungen finden."