2021-04-26T00:00:00

Soziale Verantwortung: Stärke durch Nähe, Gemeinsamkeit und Unterstützung, in anspruchsvollen Zeiten

Ein Interview mit CEO Smurfit Kappa D-A-CH, Boris Maschmann


Die aktuelle Phase im Leben vieler Menschen und somit auch der Mitarbeiter:innen von Smurfit Kappa ist sicherlich eine sehr anspruchsvolle Zeit. Wir haben ein Interview mit Boris Maschmann, dem Geschäftsführer von Smurfit Kappa im D-A-CH-Raum geführt, um mit ihm über das Thema „Soziale Verantwortung in Unternehmen“ zu sprechen und einen Ausblick auf die nähere Zukunft zu geben.



Herr Maschmann, die Einschnitte in das tägliche Leben durch die Corona Pandemie sind überall spürbar. Wie gehen Sie bei Smurfit Kappa mit der Thematik im Arbeitsumfeld um?

Da wir als verpackungsherstellendes Unternehmen für die Absicherung vielschichtiger Lieferketten zuständig sind, gelten wir als systemrelevantes Unternehmen. Diese Einstufung wird schnell deutlich, wenn wir uns beispielsweise das Umfeld des Lebensmittel-Einzelhandels anschauen, in dem wir rund 25 % aller Sekundärverpackungen (Transport- und Regalverpackungen etc.) liefern. Darüber hinaus spielen wir eine wichtige Rolle im medizinischen Sektor, wenn es um Lieferungen von Geräten, Anlagen, Ersatzteilen oder Medikamenten geht.

Insofern läuft bei Smurfit Kappa der gesamte Betrieb auf Hochtouren, unsere Produktionsstätten sind in weiten Teilen komplett ausgelastet und das ohnehin wichtige Thema der Sicherheit und Verantwortung in unseren Werken hat einen bis dato unerreichten Stellenwert bekommen. So achten wir nicht nur darauf jegliches Unfall- und Gefährdungspotential in unseren Produktionen zu eliminieren, sondern fordern auch das kompromisslose Einhalten sämtlicher Corona-Verhaltensregeln bei unseren Mitarbeiter:innen ein. 



Laufende Produktionen und strikte Verhaltensregeln – wie bekommen Sie das unter einen Hut?

Das Zusammenspiel dieser beiden Aspekte ist in der Tat sehr herausfordernd, bei transparenter Kommunikation, sauberer Planung und ausreichenden Hygienevorkehrungen jedoch auch gut umsetzbar. So arbeiten wir innerhalb unserer Betriebe mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Angefangen bei der flächendeckenden Maskenpflicht bis hin zu fest eingeteilten Schichten zur Eindämmung der sozialen Kontakte. So haben wir, für die Größe des Smurfit Kappa Konzerns in der D-A-CH Region relativ betrachtet wenig Covid-19 Fälle verzeichnet und wir tun unser Möglichstes, dass das auch in Zukunft so bleibt.



Die sozialen Kontakte sind hier ein gutes Stichwort, denn das Tragen von sozialer Verantwortung im Unternehmen beinhaltet das Schaffen von Gemeinsamkeit, das gegenseitige Unterstützen sowie die Förderung von Talenten. Wie gehen Sie damit in der aktuellen Zeit um?

Unabhängig der Zeit und in diesem Fall auch unabhängig der Herausforderungen durch die Pandemie versuchen wir als Unternehmen unsere Mitarbeiter:innen bestmöglich zu informieren, Transparenz zu schaffen und regelmäßig flächendeckendes Feedback unserer Belegschaft einzuholen. So führen wir jedes Jahr eine konzernweit anonyme Mitarbeiter:innen Befragung namens „My-Voice“ durch. 

Mit dieser Befragung erkundigen wir uns in diversen Bereichen über das Wohlbefinden unserer Belegschaft sowie über Verbesserungspotenziale innerhalb unseres Unternehmens. Die abgefragten Disziplinen ziehen sich hier durch das gesamte Arbeitsumfeld von Smurfit Kappa, angefangen bei den Arbeitsbedingungen in der Produktion über die Situation in unseren Büros bis hin zum Angebot im Bereich der Schulungen und individuellen Weiterbildungen.  Die im Anschluss an die Umfrage erhobenen Arbeitsfelder werden strukturiert erfasst und unternehmensintern kommuniziert. Spätere Fortschritte in diesen Feldern werden laufend anhand definierter Kennzahlen gemessen, damit wir wissen, wie gut wir unsere gesetzten Aufgaben erfüllen. Da diese Befragung ohnehin digital durchgeführt wird, gibt es hier durch die derzeitigen Einschränkungen keine Probleme. 



Und wie verhält es sich mit dem Umgang in Bezug auf mögliche psychische Belastungen, Depressionen, Stresssituationen Ihrer Belegschaft?

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz entstehen in der aktuellen Zeit sicherlich häufiger, haben aber auch zuvor schon existiert und werden auch in Zukunft ein ernstzunehmendes Thema bleiben, mit dem wir uns als Unternehmen beschäftigen müssen. Dabei ist uns bewusst, dass neben einer offenen Tür und einem offenen Ohr insbesondere auch externe, unabhängige Hilfestellungen von Nöten sein können. Das ist der Grund dafür, dass Smurfit Kappa weltweit mit dem Assistenzprogramm „Life-Works“ zusammen arbeitet. 

Life Works bietet ein, bei Bedarf auch gänzlich anonymes, Unterstützungsprogramm für Mitarbeiter:innen, die sich in ihrem Leben den gerade genannten Belastungen ausgesetzt fühlen und Hilfe benötigen. Dabei ist von großem Wert, dass der Kontakt zu Life Works nicht nur den betroffenen Personen zur Verfügung steht, sondern auch Familienangehörige oder enge Freunde auf diese Unterstützung zurückgreifen können. So ergeben sich im Bedarfsfall vielfältige Möglichkeiten, um betroffene Personen zu unterstützen und nicht alleine zu lassen.



Was machen Sie, um das Gemeinschaftsgefühl trotz räumlicher Distanz zu wahren und Kolleg:innen auch im Homeoffice kontinuierlich einzubinden?

Wir versuchen uns über die verschiedenen Geschäftsbereiche in der Büroarbeit, oder jetzt starken Homeoffice-Arbeit, bestmöglich digital zu vernetzen. Darüber hinaus setzen wir auf neu geschaffene Möglichkeiten digitaler Seminare oder digitaler Veranstaltungen. Das größte Event in diesem Jahr war beispielsweise das Better Planet Packaging Event im März, mit über 3.000 Teilnehmer:innen aus unserer Kundschaft und eigenen Mitarbeiter:innen.

Neben neuen Impulsen in Richtung nachhaltigerer Verpackungen hat die Veranstaltung  signifikant zum Gemeinschaftsgefühl, zur Vernetzung und natürlich auch zur gemeinsamen Motivation beigetragen.  So lässt sich an dieser Stelle tatsächlich sagen, dass die Herausforderungen und Hürden der aktuellen Situation auch etwas positives haben – denn ein Event dieser Größenordnung digital stattfinden zu lassen, wäre früher wohl undenkbar gewesen.



Richten wir zum Abschluss den Blick nach vorne und Ihre persönlichen Ziele. Was wollen Sie bis zum Ende des Jahres erreichen und welche langfristigen Ziele verfolgen Sie?

Zu allererst verfolge ich das Ziel, unsere Organisation so gut und sicher wie möglich durch diese herausfordernde Zeit zu führen. Ich möchte dafür sorgen, dass wir sozial niemanden zurücklassen und geschäftlich durch unsere gemeinsamen Anstrengungen weiterhin für solide Strukturen sorgen – und ich denke, dass wir bei beiden Punkten derzeit eine gute Arbeit machen.
Was die weiterführenden und langfristigen Ziele angeht, liegt mir das Thema der Nachhaltigkeit ganz besonders am Herzen. Ich sehe schon heute in einer Vielzahl toller Kundenprojekte, dass wir mit unseren Lösungen die Welt nachhaltiger gestalten können – und das möchte ich künftig immer weiter intensivieren.