Die Herausforderung
Für den Relaunch der Marke Ammerländer wollte die Molkerei Ammerland die Sichtbarkeit ihrer Produkte im Regal verbessern und die Markenidentität weiter schärfen. Dafür sollte die bestehende Positionierung im Wettbewerbsumfeld analysiert und neue Verpackungsansätze entwickelt werden, die zur Marke passen und am Point of Sale überzeugen.
Abbildung: Ammerländer Regalverpackungen – Ausgangssituation
Gleichzeitig sollten die Entscheidungen nicht allein auf Erfahrungswerten oder subjektiven Einschätzungen beruhen. Gesucht war ein Ansatz, der Marktverständnis, Verpackungsexpertise, digitale Technologien und objektive Entscheidungsgrundlagen miteinander verbindet.
Der Ansatz
Für die Entwicklung neuer Verpackungsideen besuchte das Team der Molkerei Ammerland das Smurfit Westrock Experience Center in Hamburg. Dort durchliefen die Teams den gesamten Innovationsprozess – von der Analyse realer Regalwelten über die Entwicklung und Visualisierung neuer Konzepte bis zur KI-gestützten Bewertung ihrer potenziellen Wirkung.
Den Ausgangspunkt bildete der Shelf Viewer. Die Datenbank mit mehr als 230.000 echten Regalfotos aus Supermärkten weltweit ermöglichte es, reale Platzierungen von Marken, Produkten und Wettbewerbern zu analysieren und die weitere Entwicklung auf Basis tatsächlicher Marktgegebenheiten auszurichten.
Auf dieser Grundlage entwickelten die Teams verschiedene Design- und Verpackungsansätze. Mit dem Store Visualizer wurden diese anschließend in virtuellen Regalwelten simuliert. So konnte bereits früh beurteilt werden, wie unterschiedliche Gestaltungsrichtungen im späteren Verkaufsumfeld wirken.
Parallel entstanden mithilfe des Digitaldrucks physische Verpackungsmuster. Diese konnten direkt vor Ort diskutiert, verglichen und weiterentwickelt werden.
Ein gemeinsamer Besuch eines Supermarkts ergänzte den Workshop: Die entwickelten Ansätze aus den unterschiedlichen Smurfit Westrock Tools wurden somit im realen Wettbewerbsumfeld überprüft und somit mit der tatsächlichen Situation im Regal abgeglichen. Gleichzeitig lieferte der Besuch zusätzliche Impulse für die weitere Ausarbeitung.
Die Lösung
Die Kombination aus Marktanalyse, Verpackungsexpertise, digitalen Technologien und physischer Zusammenarbeit führte zu einer zentralen Erkenntnis: Der charakteristische Leuchtturm der Marke besitzt das Potenzial, noch stärker als identitätsstiftendes Markenelement eingesetzt zu werden.
Sowohl das Team von Smurfit Westrock als auch die von der Molkerei Ammerland beauftragte Agentur verfolgten dabei denselben Grundgedanken: den Leuchtturm deutlich prominenter als aufmerksamkeitsstarkes Markenelement einzusetzen. Die Agentur entwickelte daraus das finale grafische Design.
KI macht potenzielle Regalwirkung messbar
Mit ShelfSmart.AI wurde die entwickelte Gestaltung anschließend datenbasiert bewertet. Die KI-Lösung analysiert Verpackungen und Regalsituationen auf Basis menschlicher Blickmuster und liefert Erkenntnisse darüber, welche Produkte Aufmerksamkeit erzeugen und wie lange der Blick auf ihnen verweilt.
Damit konnten die entwickelten Ansätze nicht nur aus gestalterischer Sicht beurteilt, sondern auch hinsichtlich ihrer potenziellen Regalwirkung analysiert und mit relevanten Wettbewerbern gebenchmarkt werden.
Abbildung: ShelfSmart.Ai Test - Ausgangssituation
Abbildung: ShelfSmart.Ai „Leuchtturmtest“ - vor finalem Design
Das Ergebnis
Der Prozess setzte einen entscheidenden Impuls für die Weiterentwicklung der Marke Ammerländer. Der Leuchtturm rückt im finalen Verpackungsdesign deutlich stärker in den Mittelpunkt und wird vom Markenelement zum Orientierungspunkt im Regal.
Abbildung: Das neue Ammerländer-Verpackungskonzept im Regal
Abbildung: Das neue Ammerländer-Verpackungskonzept im Regal
Das Projekt zeigt, wie sich Marktanalyse, Kreativität, physische Erprobung und datenbasierte Bewertung zu einem durchgängigen Innovationsprozess verbinden lassen – mit dem Ziel, Verpackungen nicht nur attraktiv zu gestalten, sondern ihre potenzielle Wirkung am Point of Sale gezielt zu optimieren.
Digitale Tools entlang des Entwicklungsprozesses
1. Shelf Viewer
Analyse realer Regalwelten auf Basis von mehr als 230.000 Regalfotos aus Supermärkten weltweit.
2. Store Visualizer
Virtuelle Simulation von Verpackungskonzepten im späteren Handelsumfeld.
3. Digitaldruck
Schnelle Erstellung physischer Muster für eine realitätsnahe Bewertung und Weiterentwicklung.
4. ShelfSmart.AI
KI-gestützte Analyse von Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und potenzieller Regalwirkung auf Basis menschlicher Blickmuster.

















