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Fallstudie - Wassermanagement

 

Smurfit Kappa Piteå halbiert CSB-Konzentration

Smurfit Kappa Piteå in Nordschweden liegt in einem Gebiet, das für seinen Wasserreichtum berühmt ist. Die Stadt befindet sich an der Mündung des Flusses Piteälven am Bottnischen Meerbusen. Zum Schutz des bei Touristen beliebten Archipels, in dem Smurfit Kappa tätig ist, wird der Wasseraufbereitungsanlage (Waste Water Treatment Plant, WWTP) viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie Umweltmanager Ingemar Lundstrom betont. 

„Wir haben unsere Wasseraufbereitungsanlage seit 2013 erheblich optimiert“, erläutert Lundstrom. „Damals überschritt unser Papierwerk die Grenzwerte bei der CSB-Konzentration. Grund hierfür war ein unkontrolliertes, übermäßiges Wachstum an Fadenbakterien, das zu einer Überlastung des sekundären Absetzbeckens führte. Um das Problem zu lösen, führten wir mit Unterstützung interner und externer Experten eine detaillierte Untersuchung durch. Außerdem besuchten wir Papierwerke mit ähnlichen Wasseraufbereitungsanlagen und erhielten wertvolle Informationen, die wir für unser eigenes Werk nutzen konnten.“ 

Aktionsplan 

Das Team in Piteå entwickelte einen Aktionsplan mit vier Hauptpunkten. Der erste Punkt war die Verbesserung und Steuerung des Stickstoff- und Phosphorgehalts durch Nutzung eines onlinebasierten TOC-Tools. Zweitens versuchte das Team, durch die Installation automatischer Steuerventile sowie durch onlinebasierte Sauerstoffanzeigen die Sauerstoffkonzentration in den verschiedenen Belebungsbecken zu verbessern. Anschließend verteilte das Team den Rücklaufschlamm aus dem zweiten Absetzbecken in ein besser positioniertes Becken im Belebungsbecken der Wasseraufbereitungsanlage. Schließlich wurden Methoden ermittelt, die Abwassermenge in der Wasseraufbereitungsanlage zu reduzieren. 

Unterstützung durch Behörden 
„Für das Projekt musste die Genehmigung vom Umweltgerichtshof eingeholt werden“, erklärt Lundstrom. „Wir erhielten eine temporäre vierjährige Genehmigung mit zunächst weniger strengen Auflagen, sodass wir den Aktionsplan umsetzen konnten. Nach vier Jahren gelten dann wieder die Bedingungen der alten Genehmigung. Nach Erhalt der Genehmigung fuhren wir wie geplant fort. Einige Optimierungsprozesse befinden sich derzeit noch in der Bearbeitung und müssen noch abgeschlossen werden.“ 

Halbierung der CSB-Emissionen 
Die Prozesse in der Wasseraufbereitungsanlage in Piteå sind besser Kontrollierbar. Dabei ist Erzielung guter Klärschlammeigenschaften durch Steuerung des Anteils an Fadenbakterien ein Schlüsselfaktor. CSB-Emissionen, gelöste Stoffe und Stickstoff liegen nun erheblich unter den Maximalwerten der Genehmigung und sogar unter den Werten der neuen BAT-AEL (Best Available Techniques and Associated Emission Levels). Der Phosphorgehalt liegt ebenso weit unter den laut BAT-AEL erlaubten Werten. Die endgültige Optimierung ist noch nicht abgeschlossen, aber die COD-Emissionen, die in den Jahren 2013 und 2014 bei 3.400 Tonnen/Jahr lagen, konnten 2016 auf 1.500 Tonnen reduziert werden.